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Kritik: The Last House

Mit The Last House erscheint ein neuer Survival-Thriller auf Netflix. In 110 Minuten erzählt Louis Leterrier die Geschichte einer Familie, die in ihrem Haus eingeschlossen wird. Als nämlich ein mysteriöser Regen einsetzt, lassen sich weder Türen noch Fenster öffnen und auch Versuche, Scheiben einzuschlagen, bleiben erfolglos. Schnell stellen sie fest, dass die gesamte Nachbarschaft betroffen ist. Wenn die Tochter dann auch noch seltsame Gestalten im Regen sieht, stellt sich zusätzlich zum Überlebenskampf in den eigenen vier Wänden noch die Frage, welche Kräfte hier am Werk sind. 

Das grundlegende Konzept ist bei The Last House vielversprechend. Das Gefühl, im eigenen Haus eingeschlossen zu sein, ist eines, das wohl jeder nach den Lockdowns der Corona-Pandemie nachvollziehen kann. Auch das Mysterium um die Kreaturen ist anfangs interessant. Gemeinsam mit den Figuren ergründet man die Regeln, nach denen diese Kreaturen handeln, und fragt sich, was es wohl für Wesen sind, die im Regen ihr Unwesen treiben. Hier beginnen allerdings die zahlreichen Probleme von The Last House. Davon abgesehen, dass in klassischer Netflix-Manier die Figuren immer noch einmal wiederholen, was gerade gezeigt wird, funktioniert dieses Mysterium nach dem Zeitsprung gar nicht mehr. Wenn es nämlich aufgelöst wird, stellen sich eine Menge Fragen, auf die der Film keine Antworten findet. So zeigen die Kreaturen beispielsweise Fähigkeiten, die wesentlich effektiver zur Verfolgung ihrer Ziele gewesen wären als das, was sie tun. Es gibt keine Erklärung für die Fähigkeiten dieser Wesen und die Lösung, die der Film findet, ist mindestens fragwürdig. Kurzum, dieser Film macht absolut keinen Sinn.

Hinzu kommt, dass dieser Film eigentlich nur sehr wenig zu erzählen hat. Die 110 Minuten Laufzeit fühlen sich wie eine kleine Ewigkeit an. Da können auch Greta Lee und Wagner Moura, die die Eltern spielen, keine Abhilfe schaffen. Sie bekommen nämlich nicht wirklich etwas zu tun. Für zwischenmenschliches Drama nimmt sich dieser Film nämlich keine Zeit, auch wenn sie eindeutig da wäre. Stattdessen bekommen wir in der gesamten ersten Hälfte, also dem Teil vor dem Zeitsprung, immer die gleichen Szenen. In anderen Filmen wären diese eine Montage geworden, hier allerdings nicht. In der zweiten Hälfte muss sich die Familie dann vor allem mit den Kreaturen herumschlagen. In diesem Teil wird man das Gefühl nicht los, alles schon einmal gesehen zu haben. Vom Creature-Design bis hin zu den Handlungselementen, nichts ist wirklich innovativ. 

Schlussendlich bekommt man mit The Last House einen Film, der zwar gerade am Anfang etwas mit seiner Atmosphäre punkten kann, dann allerdings aufgrund von Mangel an Ideen ziemlich langweilig wird. In der zweiten Hälfte bleibt der Mangel an Ideen nicht nur bestehen, in den Momenten, in denen der Film erklärt, was in dieser Welt eigentlich vorgeht, ergibt er dann einfach keinen Sinn. The Last House ist sicher keine Vollkatastrophe, aber gut ist er auch nicht.

Wertung: 2/5  

Bildquelle: Filmposter zu The Last House

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